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| Hohenloher Tagblatt , 11.11.2006 |
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Der FC Bayern ist des Franken Blues (Von Michael Dignal,
Band Schwassla im Öhringer Jazzclub– „Midlife Blues“ für Männer im fortgeschrittenen Alter)
Warum sollte guter Blues nur von den Baumwollfeldern der Südstaaten
handeln und nicht auch mal vom Nürnberger Hauptbahnhof? Die Band Schwassla
hat die Frage beantwortet, den Blues in die Frankenmetropole geholt und von
dort in den Öhringer Jazzclub gebracht.
So wird „Rainy night in Georgia“ bei den Nürnberger Musikern zu „A varegnte
Nacht in Lichtenhof“ und „Help the poor“ zu „Helf ma, Fraa“.
Da nicht jeder Zuhörer diesen Zungenschlag kennt, erklärt Leadsänger Carsten
Sauerbrey, um was es geht. Doch vor allem die Bläserabteilung sorgt dafür, dass
es keineswegs bei melancholischen Songs bleibt, sondern auch mit sattem
Souljazz („Stecks halt in dei Taschn“), Funk („Fürther Flair“) oder Rhythm &
Blues („I bin der Mo“) aufgetrumpft wird. Dass sogar der Spaß überwiegt, zeigt
der von Schadenfreude getragene Fußballboogie „Die Bayern ham verlorn“ -
obwohl die Bayern an dem Tag gerade nicht verloren haben. Was Bandgründer
und Schlagzeuger Rolf Vitzthum mit einem lockeren „’s wird scho“ wegsteckt.
Um so energischer wandeln die sieben Musiker Wilson Picketts „Mustang Sally“
zu ihrem eigenen „Lo mi schaue“ um, machen Stevie Wonders „Superstition“
zum harten Anti-Esoterik-Funk und das „Honky tonk woman“ der Rolling Stones,
kaum wiedererkennbar, zum Sauflied „I tank weider“. Sound und Groove sind
gut, die Stimmung ist entsprechend. Nicht zuletzt, weil Gitarrist Thomas Keil mit
seinen Soli den zumeist recht kurzen Songs noch den passenden Zuschnitt gibt.
So formt er in „Midlife Blues“ die Qualen der Männer im fortgeschrittenen Alter
zur lauten Klage, die zugleich doch über all das Leid hinwegtröstet. So ist er, der
Blues - auch wenn er ein fränkischer ist.
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| Schwabacher Tagblatt
, 08.05.2004 |
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Mundart-Blues mit „Schwassla“
Band mit Liedern über das Leben in Franken – Viel Beifall beim ersten Auftritt in Schwabacher Gaswerk
Schwabach (hw) - Das war für Liebhaber des Blues einmal etwas anderes: eine Band die Deutsch, und noch dazu in Mundart singt. So geschehen in der Schwabacher Galerie Gaswerk mit der „Schwassla“-Band.
Warum sie sich so nennen, das blieb ihr Geheimnis. Schon mehr zählte, dass sie eigene Texte zum Besten gaben und bei dem Ideenfeuer, das die sieben Musiker bei der Gestaltung des Abends entzündeten, gehörig ins Schwitzen kamen. Bei ihrem ersten Auftritt im Gaswerk konnten sie sich über die gutgelaunte Zuschauerschar freuen.
Die Texte stammten überwiegend aus der Feder von Schlagzeuger Rolf Vitzthum, einige wurden von Holger Forssman geschrieben, erzählen von dem Leben in Franken in unverfälschter fränkischer Dialekt. „Lou mi schaua“ tönte es von der Bühne, „Wenn ma goaned zur Arbeit kummd“, also einen Blauen Mondooch neihaud, hörte man weiter.
Applaus gab es, als Holger Forssman den fränkischen Lieblingswunsch in der Melodie zusammenfasste „Däi Bajern hom verluan“.
Zwischendurch aber begnügte man sich mit einem Blues ohne Text, ein Instrumentalstück über die Insl Schütt oder den Nightliner, der schon manchen vom Führerscheinverlust rettete.
Die sieben Herren waren allesamt erfahrene Musiker, ohne Ausnahme Amateure, kommen aus verschiedenen Berufen, sogar ein Pfarrer ist dabei. Weit sind sie noch nicht herumgereicht worden, haben aber schon in Nürnberg (Kneipenfestival), Schwanstetten und Erlangen gespielt. Schließlich hat der Nürnberger Dialekt auch seine Grenzen.
Rolf Vitzthum ist ihr Leader, der seit vier Jahren die Gruppe zusammenhält. Carsten Sauerbrey ist der Gesangsstar, der gelegentlich auch zum Saxaphon greift, Thomas Keil erhielt für seine Soli auf der E-Gitarre des öfteren Sonderapplaus, Jörg Bullerschen bediente souverän das Keyboard, Michael Macholl griff beim Bass kräftig in die Saiten, Holger Forssman zeigte sich vielseitig mit Bluesharp und Gitarre und Leo Jubl jubelte gekonnt mit Trompete und Flügelhorn. Am Ende gab es langen, verdienten Applaus. Jou wärgli.
Horst Weidler
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| Fürther Nachrichten , 17.05.2004 (Link) |
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Der andere Mo
Schwassla in Großhabersdorf
Sieben Musiker, anspruchsvolle Texte in fränkischer Mundart und brisante aktuelle Themen - so präsentierte sich die Nürnberger Rhythm-and-Bluesband Schwassla bei ihrem Auftritt in der Pfarrscheune im Rahmen der Veranstaltungsreihe des Heimatvereins „Musik und Theater in Großhabersdorf“.
Ob es um die Verschandelung der Natur durch achtlos weggeworfene Gegenstände, um den blauen Montag nach einer längeren Sonntagsfeier, um die schweren Zeiten nach einer Trennung oder Scheidung oder um die psychische Kälte im Altenheim geht: Sänger Carsten Sauerbrey weiß die von Schlagzeuger Rolf Vitzthum vefassten Texte eindringlich und glaubhaft herüberzubringen. Auch das zunächst alltäglich klingende Thema von den Männern, die nach anderen Frauen schauen, erhält eine neue Sicht, wenn der Mann plötzlich merkt, dass er seine eigene Frau verlieren könnte. „Kreuz und quer“ beleuchtet das ständige Gegen- und fehlende Miteinander hier und überall, und in „Ich bin der andere Mo“ geht es um gesellschaftliche Hemmschwellen, wenn sich etwa der Untergebene gegenüber dem Chef wie ein Depp vorkommt.
Gitarre à la Dylan
Ganz aktuell: „Die Bayern haben verlorn“, bezogen auf die Niederlage gegen Bremen; die zweite Pleite in Folge gegen Stuttgart stand zum Zeitpunkt des Konzerts noch nicht fest. Gelegenheit, sich solistisch zu profilieren, hatten die Musiker während der heftig beklatschten Zwischenspiele der Songs. Bei den reinen Instrumentalstücken ließen Leo Jubl mit virtuosen Trompetensoli und Sauerbrey mitunter auch als Saxofonist aufhorchen, ferner Holger Forssmann, der neben dem Euphonium Gitarre und Mundharmonika im Bob-Dylan-Stil spielte, Thomas Keil mit perfektem E-Gitarren-Zugriff, Jörg Bullerschen am Keyboard, E-Bassist Michael Macholl und Bandleader Vitzthum am Schlagzeug.
Ob in den Solopassagen, den wunderschönen Bläsersätzen oder im Ensemble, die sieben Amateur-Musiker begeisterten. Walter Porlein, Organisator der Veranstaltungsreihe, zeigte sich nach zwei Zugaben zuversichtlich, dass beim nächsten Schwassla-Konzert wesentlich mehr Zuhörer in die Pfarrscheune kommen. G. GREB
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